Initiator der Diskussionen und Prüfungen war der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, der bereits seit 2020 unter Einbindung der Gemeinde Bornich und der Stadt St. Goarshausen an möglichen Lösungen gearbeitet hat. Beteiligt waren darüber hinaus das Ordnungsamt und die Tourismusförderung der Verbandsgemeindeverwaltung, die Straßenverkehrsbehörde und der ÖPNV-Bereich der Kreisverwaltung Rhein-Lahn, der Landrat, der Landesbetrieb Mobilität Diez, die BUGA 2029 gGmbH sowie der Verkehrsverbund Rhein-Mosel, unter anderem mit Geschäftsführer Stephan Pauly.
Im Rahmen der Gespräche wurden verschiedene Lösungsansätze geprüft. Ein Radweg durch das Forstbachtal entlang der Landesstraße 338 (L 338) schied aufgrund der hohen Kosten und der räumlichen Enge des Tals aus. Auch die Idee eines neuen Radwegs durch die Bornicher Weinberge mit Unterquerung der Bahnlinie in Richtung Parkplatz an der B 42 direkt an der Loreley konnte insbesondere wegen der zu steilen Topografie im unteren Streckenabschnitt nicht weiterverfolgt werden. Eine immer wieder von Bürgerinnen und Bürgern gewünschte Seilbahnverbindung vom Loreley-Hafen hinauf zum Plateau wurde ebenfalls verworfen, da sie mit dem UNESCO-Welterbestatus und der notwendigen unveränderten Sichtachse auf den Felsen nicht vereinbar ist.
Als offiziell ausgeschilderte Radroute besteht zwar bereits die Verbindung von St. Goarshausen über den Radweg parallel zur B 274 bis zum Abzweig Reichenberg und von dort weiter über Reichenberg und Bornich zur Loreley. Aufgrund der deutlich längeren Strecke wird diese Route jedoch nur von wenigen Radfahrenden genutzt. Stattdessen weichen Viele auf die direkte Verbindung über die L 338 durch das Forstbachtal aus.
Gerade diese Strecke stellt jedoch ein Sicherheitsrisiko dar. Die L 338 ist eng, kurvenreich und für motorisierte Verkehrsteilnehmende in vielen Bereichen nur eingeschränkt einsehbar, insbesondere im Hinblick auf langsamere Radfahrende. Ein Verbot für Radfahrende ist nach Angaben höherer Straßenverkehrsbehörden aufgrund des Status der Straße als Landesstraße nicht umsetzbar. Bürgermeister Mike Weiland wandte sich daher im zurückliegenden Sommer an eben diese zuständigen Verkehrsbehörden mit der Bitte, zumindest durch geeignete Beschilderung die Verkehrssicherheit zu erhöhen und alle Verkehrsteilnehmenden mehr zu sensibilisieren. Auch er habe beim Befahren der Forstbach schon oft abrupt bremsen müssen, weil plötzlich Radfahrende vor dem Fahrzeug waren.
Nach eingehender Prüfung teilte die Kreisverwaltung im September mit, dass das Aufstellen des Verkehrszeichens „Achtung Radfahrer“ (Zeichen 138-10) am Ortsausgang von St. Goarshausen in Fahrtrichtung Loreley-Plateau ausdrücklich befürwortet wird. Die engen und kurvigen Streckenverhältnisse sowie die regelmäßige Nutzung durch Radfahrende, insbesondere mit E-Bikes, stellten eine besondere Gefahrenlage dar, die durch allgemeine Verkehrsregeln nicht ausreichend berücksichtigt werde. Die Maßnahme diene der Sensibilisierung aller Verkehrsteilnehmenden und der Erhöhung der Verkehrssicherheit. Nach Abstimmung mit der zuständigen Straßenmeisterei Bogel wurde die Beschilderung inzwischen umgesetzt. Weitere Möglichkeiten als Hinweise zu geben, liegen nicht in der Hand der Verbandsgemeinde.
Darüber hinaus konnte mit großem Engagement aller Beteiligten eine weitere, sichere Alternative geschaffen werden: In Zusammenarbeit mit dem Rhein-Lahn-Kreis und dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel wird es künftig zumindest in der touristischen Saison von April bis Oktober auf den bestehenden Buslinien zwischen St. Goarshausen, der Loreley, den Rheinhöhengemeinden bis hin ins Blaue Ländchen in Richtung Nastätten eine Mitnahmemöglichkeit für Fahrräder mittels Anhänger geben. Solche Angebote sind in vielen Tourismusregionen bereits etabliert und leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Radtourismus.
Bürgermeister Mike Weiland dankt allen beteiligten Stellen und Gremien ausdrücklich für die konstruktive Zusammenarbeit und die notwendigen politischen Beschlüsse. „Nur gemeinsam gelingt es, den Radtourismus, die besonderen landschaftlichen Gegebenheiten, die Verkehrssicherheit und die touristischen Ziele der Region – insbesondere mit Blick auf die BUGA 2029 – sinnvoll miteinander in Einklang zu bringen“, so Weiland.
Foto: Mike Weiland
