Gesundheit

Bürgermeister Mike Weiland fordert lückenlosen Bahnlärmschutz und barrierefreie Bahnhöfe


Nach dem Bahnlärmforum in Kamp-Bornhofen hat sich der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley, Mike Weiland, in einem Schreiben an den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Christian Hirte (CDU), gewandt. Darin bekräftigt er zentrale Forderungen, die er bereits im Rahmen der Veranstaltung vorgetragen hatte. Im Fokus stehen der lückenlose Bahnlärmschutz in Wohngebieten entlang der rechtsrheinischen Bahnstrecke sowie die vollständige Finanzierung der Sanierung und barrierefreien Erneuerung aller Bahnstationen im Bereich der Verbandsgemeinde Loreley und darüber hinaus. Hirte hatte beim Bahnlärmforum angeregt, offene Fragen und Anliegen im Nachgang direkt an ihn zu richten, um kurzfristigere Rückmeldungen zu ermöglichen. Dieser Bitte kam Weiland nun nach. „Die Menschen im Mittelrheintal erwarten zu Recht verbindliche Zusagen von Bundesregierung und Deutscher Bahn – gerade mit Blick auf den geplanten Hochleistungskorridor 2026“, betont Weiland. „Es ist nicht länger vermittelbar, dass Schallschutzwände auf freier Strecke errichtet werden, während Wohngebiete, die nur wenige Meter von der Bahn entfernt liegen, weiterhin ungeschützt bleiben.“

Besonders kritisch sieht der Bürgermeister die Situation im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. „Schon die Auswirkungen des Hochleistungskorridors halte ich für kaum mit dem Welterbestatus vereinbar. Umso zwingender ist es, lückenlosen Bahnlärmschutz in Wohngebieten verbindlich festzuschreiben – mit einem klaren Zeitplan“, so Weiland weiter. Aktuelle Prognosen, unter anderem eine Studie der IHK Düsseldorf, gingen von einer Zunahme des Schienengüterverkehrs im Mittelrheintal um 30 bis 40 Prozent aus. „Das bedeutet eine massive zusätzliche Belastung für die Menschen.“ Darüber hinaus fordert Weiland ein klares und uneingeschränktes Bekenntnis des Bundes zur langfristigen Realisierung einer Alternativtrasse für den Schienengüterverkehr. „Nur so können die Menschen von Bonn bis Wiesbaden dauerhaft und nachhaltig entlastet werden. Der zunehmende Güterverkehr schadet der Entwicklung des Tales, dem Tourismus, dem Eigentum der Menschen – und macht krank. Die Menschen brauchen eine echte Zukunftsperspektive in ihrer Heimat“, unterstreicht der Bürgermeister.

Ein weiterer Schwerpunkt des Schreibens ist die Barrierefreiheit der Bahnstationen. Weiland fordert, dass ausnahmslos alle Stationen entlang der Strecke barrierefrei umgestaltet werden – unabhängig von der Zahl der Ein- und Ausstiege oder der jeweiligen Förderkulisse. „Es ist nicht hinnehmbar, dass in einigen Gemeinden Maßnahmen zu 100 Prozent aus Bundesmitteln finanziert werden, während andere Kommunen einen Eigenanteil von 15 Prozent aufbringen müssen – oder ganz leer ausgehen“, kritisiert Weiland. Gerade finanziell schwache Kommunen könnten solche freiwilligen Leistungen nicht stemmen. Auch das Argument, Barrierefreiheit sei nur bei mehr als 1.000 Ein- und Ausstiegen pro Tag verpflichtend, weist Weiland zurück: „Dieses Kriterium hilft den kleineren Kommunen am wenigsten, während sie nur dann Fördermittel für eigene Baumaßnahmen erhalten, wenn sie zu 100 % Barrierefreiheit umsetzen. Wer Teilhabe ernst meint, darf Menschen im ländlichen Raum nicht abhängen.“ Mit Blick auf die BUGA 2029 fordert er, Mittel aus dem Sondervermögen gezielt für barrierefreie Bahnhöfe, die touristische Entwicklung und die Steigerung der Lebensqualität einzusetzen. Abschließend bittet der Bürgermeister um zeitnahe Rückmeldungen aus dem Bundesverkehrsministerium: „Die Anliegen der Menschen im Mittelrheintal dulden keinen weiteren Aufschub. Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt.“