Sollte es eigentlich bereits im April 2020 nach vertraglicher Vereinbarung an den Pächter übergeben werden, stellte der damals neue Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Mike Weiland, das Gesamtprojekt ab Juli 2020 noch einmal komplett auf den Prüfstand: Abriss und historisch anmutender Neubau oder Sanierung - das Ergebnis der externen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wurde in den politischen Gremien beraten und sich mehrheitlich für die Sanierung entschieden.
Seitdem laufen die Arbeiten seitens der Verbandsgemeinde zwar auf Vollgas, jedoch waren auch immer wieder Rückschläge bedingt durch die Vorgaben des öffentlichen Vergaberechts im Zusammenhang mit unzuverlässigen Handwerkern zu verkraften, die das Projekt immer wieder verlangsamten. „Wir könnten schon längst fertig sein, wenn wir wie die freie Wirtschaft Aufträge vergeben und bauen dürften“, bedauert der Bürgermeister im Rückblick auf die zurückliegenden 5 Jahre. Immer wieder habe man erlebt, dass Handwerker, die meist von weit her kommen, aber bei öffentlichen, europaweiten Ausschreibungen das wirtschaftlichste Angebot für Gewerke unterbreiten, unzuverlässig waren und den öffentlichen Bauherr in Sachen Bautätigkeit und Qualität hängen ließen, aber im Stellen von Nachtragsangeboten, die das Ganze teurer machen, ganz vorne mit dabei waren. „Da lobe ich heimische Betriebe, die vor Ort greifbar sind, Qualität liefern und bis auf eine Ausnahme fair mit uns umgegangen sind“, so Mike Weiland weiter. Leider könne man als öffentlicher Auftraggeber unzuverlässige Unternehmen nicht direkt vom Hof jagen und das macht solche Projektumsetzungen schwierig, langsam und erhöht die Kosten. Langsam kommt man aber in Richtung Zielgerade. Der künftige Pächter möchte das Restaurant in der Saison eröffnen.

In den vergangenen Wochen konnten wichtige Bauabschnitte abgeschlossen werden. So sind sowohl die neue Innentreppe als auch die Außentreppe, die als zweiter Rettungsweg vorgeschrieben ist, inzwischen installiert. An der Innentreppe steht noch die finale Lackierung aus. Auch im Innenausbau sind deutliche Fortschritte erkennbar: Die Parkettverlegearbeiten laufen derzeit. Die Fliesenarbeiten kommen zum Ende – soweit es der Estrich im Obergeschoss bislang zuließ. Vor zwei Wochen aber die nächste Hürde: Der Estrich im Obergeschoss wurde mangelhaft eingebaut und bedurfte nach Gutachten eines komplett neuen Aufbaus, bevor die restlichen Fliesen und Parkettflächen verlegt werden können. „Wenn die Qualität nicht stimmt und Nachfolgegewerke keine Gewährleistung für deren Arbeit übernehmen, muss ich als Vertreter des Bauherrn einschreiten und darauf drängen, eine dauerhaft hohe Bauqualität sicherzustellen“, so Bürgermeister Mike Weiland. Was fürs Private gelte, gelte erst recht, wenn man öffentlich baue.
Die Sanitärbereiche dagegen sind inzwischen größtenteils ausgestattet; lediglich die Abtrennungen der WC-Kabinen stehen noch aus. Auch die Kücheneinrichtung wird noch installiert. Parallel dazu arbeitet der künftige Pächter im Innenbereich weiter an eigenen Ausbaumaßnahmen, zu denen er selbst verpflichtet ist, etwa an den Decken, der Theke und weiteren gastronomischen Einbauten, sodass die Arbeiten des Bauherrn und Pächters Hand in Hand verlaufen. „Der Pächter bekommt hier keineswegs alles auf dem Silbertablett serviert. Er investiert laut Pachtvertrag selbst hohe Summen in den Innenausbau und die Ausstattung, bevor ab Betriebsbeginn dann selbstredend auch Pacht fällig wird“, betont der Bürgermeister.
Bereits Anfang Februar konnte die Photovoltaikanlage auf dem Dach in Betrieb genommen werden und produziert derzeit schon ‚grünen‘ Baustrom. Später wird mit dem eigenen Strom dann der Betrieb des Kultur- und Landschaftsparks unterstützt, was die Betriebskosten der Verbandsgemeinde senkt. Das Gerüst rund um das Gebäude konnte nach den finalen Verputzarbeiten und Außenanstrich jetzt vollständig abgebaut werden. Als Nächstes rücken nun die Außenanlagen in den Fokus. In den kommenden Wochen werden rund um das Gebäude die Abdichtungen der Terrassen aufgebracht, die Flächen an sich gestaltet und dazugehörige Geländer montiert. Auch die Betonwand zum Strahlenweg wird noch verputzt und welterbegerecht gestrichen.

Noch umfangreiche Arbeiten stehen im Bereich des künftigen Regional-Shops an. Dieser befindet sich – abgesehen von verlegten Leitungen und Trockenbauwänden – derzeit noch im Rohbauzustand. Das geplante Grün-dach auf dem Shop muss noch hergestellt werden. Zwar läuft aktuell die Montage der Metall-Glas-Fassade, jedoch ist zu allem Überfluss das zu liefernde Glaselement beim Hersteller zu Bruch gegangen. Gerade dieser Bauabschnitt hatte sich aufgrund von Lieferengpässen bereits zuvor verzögert. Sobald die Fassaden es zulassen, beginnt der dortige Innenausbau.
Das Gebäude selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück: Im Jahr 2028 wird das ehemalige Turner- und Jugendheim sein 100-jähriges Bestehen feiern. Mit der künftigen gastronomischen Nutzung erhält das traditionsreiche Haus nun eine neue Perspektive – und soll zu einem attraktiven Anlaufpunkt für Gäste aus der Region und natürlich Touristen werden.