Wie weit ist die Sanierung der Marksburgschule vorangekommen? Welche Arbeiten stehen als Nächstes an? Und warum wird das rund sieben Millionen Euro teure Großprojekt überhaupt in mehreren Bauabschnitten und bei laufendem Schulbetrieb umgesetzt? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab es bei der ersten offiziellen Baustellenbegehung der Verbandsgemeinde Loreley. Bürgermeister Mike Weiland hatte interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich direkt vor Ort ein Bild vom Baufortschritt zu machen. Gemeinsam mit Schulleiterin Sarah Thunert erläuterte er die einzelnen Bauabschnitte und die besonderen Herausforderungen der Maßnahme. „Mir ist wichtig, dass wir die Menschen transparent und bürgernah über ein Projekt dieser Größenordnung informieren. Wer wissen möchte, was hier passiert, soll nicht auf Gerüchte angewiesen sein, sondern sich selbst ein Bild machen können“, betonte Bürgermeister Mike Weiland.

Das Sanierungsprojekt war im Frühsommer 2025 gestartet worden und ist in insgesamt fünf Bauabschnitte gegliedert. Im ersten Abschnitt wurden zunächst provisorische Klassenräume, eine provisorische Mensa und ein provisorisches Lehrerzimmer geschaffen. Möglich wurde dies auch durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Braubach, die Abstellräume der unmittelbar an der Schule gelegenen Kindertagesstätte zur Verfügung stellte. Diese wurden entsprechend hergerichtet und zu einem Klassenraum sowie zur Mensa umgebaut. Durch diese Zwischenlösungen und die Nutzung weiterer Räume innerhalb der Schule kann der Unterricht während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten werden.

Im zweiten Bauabschnitt entsteht derzeit die neue, große und lichtdurchflutete Mensa. Aufgrund eines inzwischen gelösten Problems mit einem Abbruchunternehmen kam es hier zu einem überschaubaren Zeitverzug. Statt im Dezember 2026 wird die neue Mensa voraussichtlich im Februar 2027 fertiggestellt. „Das ist für uns verkraftbar, weil wir die temporäre Mensa bis dahin weiter nutzen können“, so Weiland. Für die betroffenen Arbeiten konnte kurzfristig Ersatz beschafft werden. Dadurch sind die zwischenzeitlich entstandenen Verzögerungen inzwischen nahezu wieder aufgeholt. Parallel dazu hat bereits der dritte Bauabschnitt begonnen. Er umfasst den dreigeschossigen Seitentrakt an der Ecke Stiftstraße/Charlottenstraße. Das Gebäude wird derzeit bis auf den Rohbauzustand zurückgebaut. Anschließend erfolgen die vollständige Sanierung und der Umbau. Bis zu den Sommerferien 2027 soll der Gebäudeteil fertiggestellt sein. In den kommenden rund sieben Wochen steht insbesondere der Einbau der neuen Fenster an. Ziel ist es, die Gebäudehülle noch vor der nasskalten Jahreszeit wieder vollständig zu schließen.
Im vierten Bauabschnitt wird später das erste Obergeschoss in Richtung Turnhalle saniert. Dort werden innerhalb von etwa einem Jahr vier Klassenräume vollständig neu hergerichtet. Der fünfte und letzte Bauabschnitt umfasst schließlich das Erdgeschoss mit Verwaltungstrakt, Schulleitungsbüros, Sekretariat, Lehrerzimmer und Hausmeisterbereich. Dieser Abschnitt soll bis zum Sommer 2028 abgeschlossen sein.
Bereits Anfang September beginnt die Installation der Haustechnik. Die Heizungsarbeiten starten etwas später, sodass die neue Heizungsanlage erst im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll. „Eine Schule in diesem Umfang im laufenden Betrieb zu sanieren, ist für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung“, machte Weiland deutlich. Sein ausdrücklicher Dank gelte daher Schulleiterin Sara Thunert, dem gesamten Kollegium, dem Hausmeister sowie insbesondere den Schülerinnen und Schülern. „Trotz Baustelle, Umzügen und Einschränkungen wird hier hervorragende Arbeit geleistet und guter Unterricht ermöglicht. Das verdient großen Respekt.“ Auch finanziell entwickelt sich die Maßnahme derzeit positiv. Von den insgesamt rund sieben Millionen Euro sind inzwischen mehr als drei Millionen Euro an Gewerken vergeben. Die bislang vergebenen Leistungen liegen dabei knapp unter der ursprünglichen Kalkulation – was bei einer Sanierungsmaßnahme dieser Größenordnung keineswegs selbstverständlich sei. Weiterhin gilt: Die Gesamtfertigstellung der Marksburgschule ist für den Sommer 2028 vorgesehen. Sowohl Planer als auch Bauherr, die Verbandsgemeinde Loreley, zeigen sich mit dem bisherigen Ablauf trotz der typischen Herausforderungen einer Sanierung zufrieden. Weiland stellte bei der Baustellenbegehung zugleich klar, dass die abschnittsweise Umsetzung nicht deshalb erfolgt, weil die notwendigen Haushaltsmittel nur nach und nach bereitgestellt werden könnten. Vielmehr sei diese Variante als wirtschaftlichste Lösung bei entsprechender Begutachtung hervorgegangen. Ein Abriss der Schule und eine vollständige Unterbringung der Schülerinnen und Schüler in Containern während der Bauphase wäre deutlich aufwendiger gewesen. Zudem sei die jetzige Vorgehensweise im Hinblick auf die Förderung die wirtschaftlichste und grundsätzlich förderfähige Variante. Eine endgültige Entscheidung über die Höhe der Landesförderung steht allerdings noch aus. Bislang liegt lediglich die Zustimmung zum sogenannten vorzeitigen Maßnahmenbeginn vor. Damit ist die grundsätzliche Förderfähigkeit der Maßnahme anerkannt, die konkrete Förderhöhe befindet sich aber noch in Prüfung. „Mit der erwarteten Förderung und dem entsprechenden Fördersatz ist die Sanierung der Marksburgschule mit rund sieben Millionen Euro eines der größten laufenden Projekte der Verbandsgemeinde Loreley – wenn nicht sogar das Projekt, in das wir die meisten eigenen Mittel investieren“, betonte Weiland. Umso wichtiger sei es, die Öffentlichkeit regelmäßig über den Fortgang zu informieren.
Deshalb soll die erste Baustellenbegehung nicht die letzte gewesen sein. Die Verbandsgemeinde Loreley will auch künftig regelmäßig interessierte Bürgerinnen und Bürger, Eltern sowie alle Menschen, denen die Marksburgschule in Braubach am Herzen liegt, zu weiteren Terminen auf der Baustelle einladen. „Bis zum Sommer 2028 wird es noch viele Gelegenheiten geben, den Fortschritt unmittelbar vor Ort mitzuerleben. Wir wollen diesen Weg weiterhin transparent und gemeinsam mit den Menschen gehen“, so Bürgermeister Mike Weiland.