Bürgermeister Mike Weiland hatte mit Lothar Weinand, Vize-Präsident des DEHOGA Rheinland-Pfalz e.V. und Fachgruppenleiter Fachkräfte, einen ausgewiesenen Experten als Referenten gewonnen. Zu Beginn der Veranstaltung gab Weinand einen umfassenden Überblick über die Arbeit und die vielfältigen Aufgaben des DEHOGA Rheinland-Pfalz. Anhand umfangreicher Informationsmaterialien – unter anderem vom Verband selbst sowie von der Bundesagentur für Arbeit – zeigte er praxisnah auf, welche Unterstützungsangebote Betrieben und angehenden Fachkräften zur Verfügung stehen. „Für junge Menschen, die in unsere Branche einsteigen möchten, ist der erfolgreiche Berufsabschluss der wichtigste Schritt“, betonte Weinand.

„Die Ausbildungsberufe im Gastgewerbe bieten heute vielfältige Möglichkeiten und attraktive Perspektiven“, ergänzte er und zeigte auch Möglichkeiten auf, welche Versuche man bereits versucht habe, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Besonders hob er die seit dem 1. August 2022 geltenden neuen Ausbildungsordnungen hervor, die sieben moderne und praxisnahe Berufsbilder im Gastgewerbe umfassen – von der zweijährigen Ausbildung zur Fachkraft Küche oder Gastronomie bis hin zu dreijährigen Ausbildungen wie Koch/Köchin, Hotelfachfrau/-mann oder Kauffrau/-mann für Hotelmanagement. Ergänzend verwies Weinand auf Unterstützungsangebote wie Ausbildungsbegleiter und persönliche Coaches, die sowohl Betrieben als auch Auszubildenden zur Seite stehen.
Im anschließenden Austausch mit den überwiegend aus der Branche stammenden Teilnehmenden wurde schnell deutlich, wo die größten Herausforderungen liegen. Viele kleinere Betriebe könnten nicht alle Ausbildungsinhalte in der erforderlichen Breite abdecken. Das führt zu einem echten Teufelskreis. Gerade kleinere Häuser würden gerne ausbilden, stoßen aber strukturell an ihre Grenzen, auch weil sie in der Region nicht das volle Ganzjahresgeschäft abdecken können. Gleichzeitig sei der Bedarf an Fachkräften – nicht zuletzt mit Blick auf die Bundesgartenschau 2029 und die touristische Zukunft der Region – so hoch wie nie. Positiv hob Weinand hervor, dass die Ausbildungsvergütungen im Gastgewerbe inzwischen konkurrenzfähig seien: „Die Bezahlung kann sich im Vergleich zu anderen Branchen durchaus sehen lassen und ist ein wichtiges Argument für den Nachwuchs.“ Bürgermeister Mike Weiland brachte in der Diskussion einen konkreten Lösungsansatz ein: „Die Branche und die für die Regeln der Ausbildung Verantwortlichen sollten dringend darüber nachdenken, Ausbildungsmodelle zu ermöglichen, bei denen mehrere Betriebe gemeinsam ausbilden und die Auszubildenden im Rotationsprinzip verschiedene Bereiche kennenlernen. In der öffentlichen Verwaltung funktioniert das bereits sehr gut.“ Er appellierte an den DEHOGA, sich auf politischer Ebene für entsprechende Rahmenbedingungen einzusetzen: „Als starke Dachorganisation kann und sollte der Verband hier Impulse geben, damit solche kooperativen Ausbildungsmodelle künftig Realität werden.“ Auch aus dem Teilnehmerkreis wurde bestätigt, dass vergleichbare Modelle bereits in anderen Branchen – etwa in der Pflege – erfolgreich umgesetzt werden. Einigkeit bestand darin, dass neue Wege notwendig sind, um dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen.
Abschließend wurde deutlich, dass der DEHOGA Rheinland-Pfalz zwar keine direkte Personalvermittlung übernimmt, jedoch der kollegiale Austausch innerhalb der Branche eine wichtige Rolle spielt. „Die Betriebe unterstützen sich gegenseitig – das ist ein großer Vorteil unserer Branche“, so Weinand. Das Unternehmerforum der Verbandsgemeinde Loreley hat damit erneut seine Bedeutung als Plattform für fachlichen Austausch, praxisnahe Lösungsansätze und die Vernetzung regionaler Betriebe unter Beweis gestellt. „Ziel wird es auch mit den kommenden Unternehmerforen bleiben, Informationsangebote zu schaffen, die die heimische Wirtschaft berühren, Unterstützung zu leisten, wo es geht und vor allem den Austausch zwischen Unternehmen und der Verbandsgemeindeverwaltung zu fördern“, so Mike Weiland nach der 12. Ausgabe des Unternehmerforums.