Trotz hochsommerlicher Temperaturen nutzten zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich im Rahmen der ersten öffentlichen Baustellenbegehung über den aktuellen Stand der Sanierung des Hallenbades an der Loreleyschule zu informieren. Bürgermeister Mike Weiland begrüßte die Besucherinnen und Besucher persönlich auf der Baustelle und unterstrich die Bedeutung einer offenen Kommunikation bei einem der größten Infrastrukturprojekte der Verbandsgemeinde. „Sicherlich sind Sie in der Hoffnung gekommen, sich bei der Hitze heute hier im Becken etwas abkühlen zu können, jedoch müssen Sie sich hiermit noch etwas gedulden“, unkte Mike Weiland mit Blick auf die heißen Temperaturen.

Von provisorischen Lösungen zum Millionenprojekt
„Uns ist es wichtig, transparent über unsere Baumaßnahmen zu berichten und die Menschen, die sich dafür interessieren, mitzunehmen. Das Hallenbad ist ein bedeutendes Projekt für die gesamte Region und insbesondere für unsere Kinder und Jugendlichen“, erklärte Bürgermeister Mike Weiland. Zu Beginn der Baustellenführung blickte Weiland auf seinen ersten Besuch als Bürgermeister im Technikbereich des Hallenbades im Jahr 2020 zurück. Gemeinsam mit dem damaligen Bauamtsleiter Gerd Schuster und dem damaligen Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, Josef Bröder, machte er sich damals ein Bild vom desolaten Zustand der Anlage.
„Was wir damals vorgefunden haben, zeigte sehr deutlich, dass Handlungsbedarf bestand. Nur mit viel Engagement und kreativen Lösungen des Personals konnte der Betrieb überhaupt noch aufrechterhalten werden“, erinnerte sich Weiland.
So wurden unter anderem Leckagen im Beckenbereich durch provisorische Schlauch- und Rohrkonstruktionen aufgefangen. Das austretende Wasser wurde in Eimern gesammelt und anschließend mittels Pumpen in die Abflüsse geleitet. Für die Verantwortlichen stand fest, dass eine grundlegende Sanierung unumgänglich war.
Die Chance dazu bot sich wenig später durch ein Bundesförderprogramm für Sportstätten. Mit einer damaligen Kostenschätzung von rund 3,6 Millionen Euro wurde das Projekt angemeldet, was bereits einer guten Erhöhung der zuletzt vor wenigen Jahren erstellten Kostenprognose entsprach. Dank der Unterstützung des damaligen rheinland-pfälzischen Sportministers Roger Lewentz sowie des damaligen Bundestagsabgeordneten Detlev Pilger konnte eine Bundesförderung in Höhe von 2,8 Millionen Euro eingeworben werden.
Kostensteigerungen und zusätzliche Fördermittel
Im Zuge der weiteren Planung sowie aufgrund weltweiter Krisen, gestiegener Materialpreise und der allgemeinen Baukostenentwicklung mussten die Kostenansätze jedoch angepasst werden. Die Schätzung stieg zunächst auf rund 5,5 Millionen Euro. Frühzeitig begann die Verbandsgemeinde daher mit der Suche nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten. Das Land Rheinland-Pfalz signalisierte Unterstützung und sagte schließlich für einen zweiten Bauabschnitt Fördermittel in Höhe von 450.000 Euro zu. Dennoch führten erste Ausschreibungsergebnisse zu weiteren Kostensteigerungen, sodass das Projekt zeitweise mit rund 6,9 Millionen Euro kalkuliert werden musste. „In dieser schwierigen Phase schien das Projekt zeitweise kaum noch finanzierbar. Umso dankbarer sind wir für die Unterstützung, die wir erfahren haben“, betonte Weiland. Eine entscheidende Wende brachte schließlich die Else-Schütz-Stiftung. Nachdem die Verbandsgemeinde öffentlich über die Herausforderungen berichtet hatte, stellte die Stiftung eine Spende in Höhe von einer Million Euro zur Verfügung. „Die Stiftung teilt unsere Überzeugung, dass Kinder möglichst früh schwimmen lernen müssen. Diese großzügige Unterstützung hat wesentlich dazu beigetragen, die Finanzierung des Projektes sicherzustellen“, so der Bürgermeister.
Überraschungen im Bestand und Anpassungen am Bauablauf
Wie bei vielen Sanierungen älterer Gebäude traten auch beim Hallenbad während der Bauarbeiten unerwartete Herausforderungen auf. So mussten beispielsweise mehrere Dachflächen saniert werden, bei denen sich herausstellte, dass bei früheren Erneuerungen bereits mehrere Dachlagen übereinander gebaut worden sind. Auch Wände mussten zwischenzeitlich erneuert werden.
Gleichzeitig konnten an anderer Stelle Kosten eingespart werden, da weniger umfangreiche Betonsanierungsarbeiten erforderlich wurden als ursprünglich angenommen. Dem gegenüber standen jedoch zusätzliche Aufwendungen für die Erneuerung des Schwimmhallendaches sowie der Dachflächen über den Sanitär- und Umkleidebereichen.
Aktuell belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 6,6 Millionen Euro. Noch nicht berücksichtigt ist dabei die geplante Photovoltaikanlage auf dem Dach der Schwimmhalle, deren Umsetzung der Verbandsgemeinde besonders wichtig ist. „Wir möchten die Betriebskosten des Hallenbades langfristig senken und gleichzeitig einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung leisten. Deshalb halten wir an der Photovoltaikanlage fest“, erläuterte Weiland.

Fertigstellung für 2027 vorgesehen
Derzeit laufen auf der Baustelle der Einbau des neuen Edelstahlbeckens sowie umfangreiche Sanitär- und Elektroarbeiten. In den kommenden Sommerwochen wird zudem das Schwimmhallendach vollständig zurückgebaut und erneuert. Die wesentlichen Gewerke sind mittlerweile ausgeschrieben beziehungsweise bereits vergeben. Die Fertigstellung des Hallenbades ist derzeit für Mai/Juni 2027 vorgesehen.
Im Rahmen der Baustellenführung stellte Bürgermeister Weiland nicht nur den aktuellen Bauzeitenplan vor, sondern präsentierte anhand von Planungsunterlagen auch die zukünftige Gestaltung des Hallenbades. Die moderne und freundliche Optik stieß bei den Besucherinnen und Besuchern auf große Zustimmung.
Barrierefreiheit und Schwimmausbildung im Fokus
Besonderen Wert legt die Verbandsgemeinde bei der Sanierung auf die Barrierefreiheit. So wird der Eingangsbereich künftig über eine barrierefreie Rampe erreichbar sein. Darüber hinaus wird das Hallenbad mit einem Beckenlift ausgestattet. Auch nach Abschluss der Arbeiten wird das Schulhallenbad nicht ausschließlich dem Schulbetrieb dienen, sondern weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. „Gerade in Zeiten knapper finanzieller Ressourcen ist es wichtig, in die Zukunft unserer Kinder zu investieren. Schwimmen zu können, ist eine grundlegende Fähigkeit und trägt wesentlich zur Sicherheit bei. Deshalb sind wir froh, mit dieser Maßnahme einen wichtigen Beitrag zur Schwimmausbildung in unserer Region leisten zu können“, erklärte Weiland abschließend. Der Bürgermeister äußerte zugleich die Hoffnung, dass die Sanierung des Hallenbades an der Loreleyschule auch andernorts als positives Beispiel wahrgenommen wird und weitere Investitionen in die Schwimminfrastruktur im Rhein-Lahn-Kreis anstößt.