Nur 38 Minuten dauerte die Sitzung des Verbandsgemeinderates Loreley – einschließlich des nicht öffentlichen Teils. Dennoch wurden nach der Sommerpause zahlreiche wichtige Entscheidungen für die Verbandsgemeinde auf den Weg gebracht.
Schulbezirk Kestert: Bereits umfangreiche freiwillige Bürgerbeteiligung
Besonders intensiv beschäftigte sich der Verbandsgemeinderat mit der geplanten Veränderung des Schulbezirks Kestert. Künftig sollen Kesterter Kinder die Möglichkeit erhalten, die Grundschule in Kamp-Bornhofen zu besuchen. Die dafür notwendigen Schritte des formalen Verfahrens sollen in den kommenden Monaten gegangen werden. Bemerkenswert ist dabei die bereits freiwillig und frühzeitig erfolgte Bürgerbeteiligung. „Wir haben hier eine Bürgerbeteiligung gemacht, obwohl sie weder zum jetzigen Zeitpunkt noch später formal notwendig gewesen wäre“, betont Bürgermeister Mike Weiland. Hintergrund war insbesondere der Wunsch der Eltern selbst: Rund 80 Prozent der Eltern der künftig einzuschulenden Kinder haben sich schriftlich an die Verbandsgemeinde gewandt und den Wechsel des Schulbezirks befürwortet.
Viele Kesterter Kinder sind ohnehin eng nach Kamp-Bornhofen orientiert – durch Vereine, Freundschaften und das soziale Umfeld. Hinzu kommt der kürzere Schulweg. Auch der Gemeinderat Kestert hat sich bereits positiv positioniert. Bereits in früheren Jahrzehnten seien Kesterter Kinder nach Kamp-Bornhofen in die Schule gegangen, betonte Kesterts Ortsbürgermeister Uwe Schwarz, der auch angab, schon bei einer Gemeinderatsitzung vor über einem Jahr positive Resonanz erhalten zu haben. Jüngst fand zudem eine Einwohnerversammlung in Kestert statt und es gab erneut positive Rückmeldungen. Darüber hinaus wurden die Schulleitungen und Schulelternbeiräte in die Gespräche einbezogen. „Mehr Bürgerbeteiligung kann man zu diesem Zeitpunkt eigentlich überhaupt nicht verlangen“, so Weiland. Für ihn steht fest: „Wenn Eltern mit einem solchen Anliegen auf uns zukommen, muss Kommunalpolitik vor Ort besser zuhören und handeln als es die Landes-, Bundes- oder Europapolitik oft vormacht.“ Mit der möglichen Änderung soll zugleich ein Ziel des vor zwei Jahren beschlossenen Grundschulentwicklungskonzeptes umgesetzt werden: Alle sechs Grundschulstandorte in der Verbandsgemeinde sollen erhalten bleiben. Gleichzeitig kann die Loreleyschule in St. Goarshausen entlastet werden, die schon mehrere Jahre an ihre Kapazitätsgrenzen stößt.

Feuerwehren Auel und Lierschied gehen zusammen
Auch bei den Feuerwehren wurde eine wichtige Entscheidung vorbereitet: Die Freiwilligen Feuerwehren Auel und Lierschied werden zum 31. Oktober 2026 zusammengeführt. Die neue Wehrführung ist bereits gewählt. Die vollständige Vereinigung entspricht dem ausdrücklichen Wunsch beider Wehren und soll nun formal umgesetzt werden.
Ganztagsförderung kann starten
Bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsförderung wurde gemeinsam mit dem Rhein-Lahn-Kreis eine Kooperationsvereinbarung auf den Weg gebracht. Ergänzend wurde eine entsprechende Förderrichtlinie beschlossen. Damit können die notwendigen Maßnahmen nun umgesetzt werden. Für die Kinder des aktuellen ersten Schuljahres besteht der gesetzliche Anspruch gegenüber dem Kreis. Nun muss noch der Kreistag Rhein-Lahn zustimmen.
Verwaltungsgebäude: Nächster Bauabschnitt
Im Rahmen von Auftragsvergaben wurden weitere Schritte für das neue Verwaltungsgebäude in St. Goarshausen vorbereitet. Bürgermeister Mike Weiland erhielt die Befugnis, die derzeit noch in Prüfung befindlichen Malerarbeiten nach Abschluss der Prüfung zu beauftragen.
Mehr Vorsorge bei Starkregen, Hitze und Wind
Darüber hinaus war bereits im Hauptausschuss die Erstellung eines Starkregen-, Hitze- und Windvorhersagekonzeptes für die Verbandsgemeinde in den Stufen 1 und 2 beauftragt worden. Ziel ist es, die Bevölkerung besser vor den Folgen von Starkregen, Hitze und anderen klimabedingten Ereignissen zu schützen. Die Orts- und Stadtbürgermeister sollen hierzu in der nächsten Bürgermeisterdienstbesprechung weiter eingebunden werden.
Parkraumbewirtschaftung St. Goarshausen
Die vom Stadtrat St. Goarshausen beschlossene Gebührenordnung für die Parkraumbewirtschaftung in St. Goarshausen wurde positiv zur Kenntnis genommen. Damit kann die Stadt ihre vorgesehene Gebührenregelung umsetzen.

Antrag auf Fördermittel zur Erneuerung der Fassade am Besucherzentrum Loreley
Außerdem soll die Fassade des Besucherzentrums Loreley erneuert werden. Das im Jahr 2000 eröffnete Gebäude ist mittlerweile 26 Jahre alt; insbesondere die Holzfassade weist altersbedingte Verschleißerscheinungen auf. Bis zur BUGA 2029 soll die Erneuerung abgeschlossen sein. Der Verbandsgemeinderat hat deshalb die Stellung entsprechender Förderanträge beschlossen.
„38 Minuten inklusive nicht öffentlicher Sitzung – und trotzdem haben wir richtig viel für unsere Verbandsgemeinde auf den Weg gebracht“, fasst Bürgermeister Mike Weiland die erste Ratssitzung nach der Sommerpause zusammen.