Bürgerstammtisch

Bürgerstammtisch in Bornich: Dreieinhalb Stunden Austausch über die Themen der Region


Ein offener Austausch, zahlreiche Fragen und eine bemerkenswerte Themenvielfalt: Der Bürgerstammtisch der Verbandsgemeinde (VG) Loreley machte diesmal Station in Bornich. Im Sport- und Gemeindezentrum, genauer gesagt in der kleinen Kneipe des TV Bornich, waren rund 20 Bürgerinnen und Bürger der Einladung von Bürgermeister Mike Weiland gefolgt. Gemeinsam mit Ortsbürgermeister Elias Metz entwickelte sich eine Diskussion, die es im positivsten Sinne in sich hatte: Sage und schreibe dreieinhalb Stunden lang ging es um nahezu alle Themen, die derzeit in der VG Loreley und in der Gemeinde Bornich eine Rolle spielen.

Schon vor dem offiziellen Beginn erhielt Mike Weiland eine positive Rückmeldung zu einem der großen Vorhaben der VG. Ein Bürger sprach ihn auf das neue VG-Verwaltungsgebäude in St. Goarshausen an und stellte fest, dass dieses richtig gut aussehe. Auch weitere größere Bauprojekte standen im Mittelpunkt des Abends. Dazu gehörten die Sanierung des Hallenbades an der Loreleyschule, die Fertigstellung des Restaurants „Am Gläsernen Fels“, der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in St. Goarshausen sowie die Sanierung der Marksburgschule in Braubach. Weiland nutzte die Gelegenheit, um nicht nur über den aktuellen Stand der einzelnen Projekte zu informieren, sondern auch die Hintergründe der Entscheidungen zu erläutern. Dazu gehörten die Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, die jeweils vor Projektbeginn vorgenommen worden waren und die Frage, ob eine Sanierung oder ein Neubau die sinnvollere Lösung darstellt. Ebenso ging er auf die finanziellen Rahmenbedingungen und die Finanzierung der Vorhaben ein. Für seine ausführlichen und transparenten Erläuterungen erhielt der Bürgermeister Anerkennung aus der Runde. „Mir ist wichtig, dass die Menschen nicht nur sehen, was wir bauen oder sanieren, sondern auch nachvollziehen können, warum wir uns für einen bestimmten Weg entschieden haben. Gerade bei größeren Investitionen müssen wir genau hinschauen, verschiedene Möglichkeiten prüfen und verantwortungsvoll mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger umgehen“, erläuterte Weiland.

Von der Infrastruktur bis zur ärztlichen Versorgung
Neben den Bauprojekten der VG nahm die allgemeine Infrastruktur breiten Raum ein. Diskutiert wurden die zahlreichen aktuellen Straßenbaumaßnahmen, der Radverkehr, der Radbus und der öffentliche Personennahverkehr im Rhein-Lahn-Kreis. Auch die Mittelrheinbrücke, die Ortsumgehung Braubach und die Wellmicher Bach-Thematik wurden angesprochen. Feuerwehrthemen kamen zur Sprache. Ein weiterer Schwerpunkt war die Wasser- und Abwasserstrategie 2040 der VG-Werke Loreley. Dabei ging es sowohl um die langfristige Sicherung der Wasserversorgung als auch um notwendige Investitionen in die Abwasserinfrastruktur und an den Kläranlagen. Darüber hinaus kamen weitere Infrastrukturfragen, die Nahversorgung zum Einkaufen und die ärztliche Versorgung zur Sprache. Auch Anliegen, die insbesondere ältere Menschen betreffen, wurden diskutiert.

Immer wieder schwang dabei ein Thema mit, das viele kommunale Aufgaben zunehmend erschwert: Die ausufernde Bürokratie und die Vielzahl an Vorschriften. Die Teilnehmer tauschten ihre Erfahrungen dazu aus, wie aufwendig es geworden ist, Projekte umzusetzen und notwendige Entscheidungen zu treffen. „Wir müssen bei aller Sorgfalt aufpassen, dass wir uns nicht in Vorschriften und Verfahren verlieren. Die Menschen erwarten zu Recht, dass Dinge vorangehen. Dafür brauchen wir praktikable Lösungen und dürfen den Aufwand nicht immer weiter erhöhen“, betonte Mike Weiland.

Tourismus, Natur und die BUGA29 im Blick
Auch der Tourismus und die Entwicklung der Region wurden intensiv beleuchtet. Themen waren die Wander- und Radwege, die touristische Infrastruktur sowie die Frage, wie die Region für Gäste attraktiv bleiben und gleichzeitig die Lebensqualität der Einheimischen sichern kann. Die BUGA29 am Mittelrhein spielte dabei ebenso eine Rolle wie die dafür erforderlichen Übernachtungsmöglichkeiten. Weitere Gesprächspunkte waren der Felssturz an der Loreley, Fragen des Natur- und Umweltschutzes sowie die Zusammenarbeit zwischen den Städten und Gemeinden. Die Teilnehmer machten deutlich, wie wichtig es ist, über kommunale Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen und die Region weiterzuentwickeln.

Offener Dialog über viele kommunale Themen
Dass die Diskussion so viele Bereiche umfasste, lag auch daran, dass Mike Weiland und Elias Metz die angesprochenen Fragen aufgriffen, Hintergründe erläuterten und unterschiedliche Sichtweisen miteinander ins Gespräch brachten. Ortsbürgermeister Metz beteiligte sich aktiv an der Diskussion und ergänzte die Themen aus Sicht der Gemeinde Bornich. Neben den konkreten örtlichen Anliegen ging es damit auch um grundsätzliche Fragen der kommunalen Entwicklung und der Zusammenarbeit. Die Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen, nachzufragen und sich über laufende Vorhaben und Planungen zu informieren. „Ein Bürgerstammtisch lebt davon, dass man offen miteinander spricht, Fragen stellt und auch unterschiedliche Auffassungen auf den Tisch kommen. Genau dafür ist dieses Format gedacht. Dass wir in Bornich dreieinhalb Stunden lang im Gespräch waren, zeigt, wie vielfältig die Themen sind, die die Menschen beschäftigen“, sagte Weiland. Der lange Abend im Sport- und Gemeindezentrum machte deutlich, wie groß der Gesprächsbedarf bei kommunalen Themen ist und wie wertvoll der direkte Austausch zwischen Bürgerschaft, Ortsgemeinde und VG sein kann. Der Bürgerstammtisch in Bornich bot dafür einen umfassenden Rahmen – von konkreten Bauprojekten über alltägliche Infrastrukturfragen bis hin zu den langfristigen Perspektiven für die gesamte Region. „Es hat richtig Spaß gemacht, den Menschen Rede und Antwort zu stehen“, so das Fazit von Mike Weiland und Elias Metz am Ende des Abends.