Wie wird sich das Loreley-Plateau im Rahmen der Bundesgartenschau Oberes Mittelrheintal 2029 (BUGA29) weiterentwickeln? Welche zusätzlichen Angebote wird es neben dem bereits bestehenden Kultur- und Landschaftspark geben? Und wie wird die BUGA29 dafür sorgen, dass die Investitionen auch über das Jahr 2029 hinaus einen nachhaltigen Mehrwert für die Region schaffen? Mit diesen und zahlreichen weiteren Fragen beschäftigte sich das 36. Zukunftsgespräch der Verbandsgemeinde Loreley und es gab reichlich Antworten.
Auf Einladung von Bürgermeister Mike Weiland stellte Sven Stimac, Geschäftsführer der BUGA29, im Restaurant „Am Gläsernen Fels“ auf dem Loreley-Plateau die aktuellen Planungen für den künftigen BUGA-Park Loreley vor. Rund 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Presse waren der öffentlichen Einladung gefolgt. „Die Loreley ist schon heute ein herausragender Anziehungspunkt. Mit der BUGA geht es deshalb nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern den bereits geschaffenen Kultur- und Landschaftspark sinnvoll, hochwertig und nachhaltig zu ergänzen“, machte Bürgermeister Mike Weiland zu Beginn deutlich. Gleichzeitig sei es wichtig, die Öffentlichkeit frühzeitig mitzunehmen und auch kritische Fragen zu den Planungen offen zu diskutieren.

BUGA-Park als Ergänzung zum Kultur- und Landschaftspark
Die BUGA-Planungen sehen auf dem Loreley-Plateau eine Daueranlage vor, die den bestehenden Kultur- und Landschaftspark ergänzt. Vorgesehen sind unter anderem unterschiedliche Garten- und Pflanzbereiche, sogenannte Schaugärten, ein neuer Spielbereich, ein kleines Amphitheater für kleinere Veranstaltungen sowie besondere Erlebnisangebote wie Riesenschaukeln. Auch der Treppenweg zwischen Hafen und Plateau spielt in den Planungen eine Rolle.
Darüber hinaus soll der BUGA-Park über ein eigenes Ausstellungs- und Erlebniskonzept verfügen. Dieses gliedert sich unter anderem in die Bereiche „Willkommen“, „Die Wunderkammer“ und „Die Verführung“.
Sven Stimac erläuterte die einzelnen Elemente anhand der aktuellen Planungen und gab dabei auch einen Ausblick auf die weiteren Schritte bis zur BUGA29. Die Präsentation machte deutlich, dass der Loreley-Park nicht nur während der BUGA genutzt werden soll. Vielmehr ist eine dauerhafte Nutzung der BUGA-Parks vorgesehen und diese soll entsprechend touristisch vermarktet werden.
Für die Umsetzung der BUGA-Maßnahmen auf der Loreley sind nach den vorgestellten Planungen rund 1,5 Mio. Euro netto an Baukosten vorgesehen.
Verbandsgemeinde investiert ebenfalls weiter
Bürgermeister Mike Weiland nutzte das Zukunftsgespräch zugleich, um die bereits geleisteten und noch bevorstehenden Investitionen der Verbandsgemeinde Loreley auf dem Plateau einzuordnen. „Wir haben als Verbandsgemeinde in den vergangenen Jahren ganz erhebliche Summen in die Loreley investiert. Das Restaurant ‚Am Gläsernen Fels‘, die Umgestaltung des Plateaus zum Kultur- und Landschaftspark und die damit verbundenen Maßnahmen stehen für eine Investitionssumme von rund 27 Millionen Euro. Das ist eine gewaltige Größenordnung“, so Weiland. Die Entwicklung sei damit jedoch keineswegs abgeschlossen. Zusätzlich zu den BUGA-Investitionen werde die Verbandsgemeinde in den kommenden drei Jahren weitere rund 1,03 Millionen Euro auf der Loreley investieren. Dazu gehören unter anderem eine Unterkunft für die Mitarbeitenden der Grünpflege im Park, die Sanierung der Toilettenanlage in der Tourist-Information sowie die Erneuerung der Fassade des Besucherzentrums. Auch Möglichkeiten zur Entsorgung von Grauwasser für Wohnmobile sollen geschaffen werden. Darüber hinaus ist ein Gesamtbeschilderungskonzept für die Loreley vorgesehen, das mit den BUGA-Planungen abgestimmt werden soll. Hinzu kommen Maßnahmen zur Beleuchtung mit PV-/LED-Technik im Bereich des Bussteigs sowie weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur. Auch die Nachpflanzung von Bäumen auf dem Loreley-Plateau im Kultur- und Landschaftspark soll gemeinsam mit der BUGA abgestimmt werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Erneuerung beziehungsweise Sanierung des Treppenweges vom Hafen hinauf zum Loreley-Plateau, die ebenfalls in Zusammenarbeit mit der BUGA erfolgen soll. „Wir betrachten die BUGA nicht isoliert als Veranstaltung im Jahr 2029. Wir wollen, dass die Investitionen und die Ideen, die jetzt entstehen, dauerhaft Wirkung entfalten. Deshalb bringen wir als Verbandsgemeinde selbst weitere erhebliche Mittel ein und stimmen unsere Maßnahmen eng mit der BUGA ab“, betonte Weiland. Diese Mittel werden größtenteils mit hohen oder sogar 100 %-Förderungen gestemmt, weil es ansonsten der Verbandsgemeinde nicht möglich wäre. Mike Weiland betonte: „Während derzeit zu vernehmen ist, dass alle großen BUGA-Standorte nochmals selbst Geld in die Hand nehmen und die BUGA-Investitionen ergänzen, ist das bereits als unser Anteil zu sehen. In die 1,5 Mio. BUGA-Investitionen können wir über die genannten Dinge hinaus kein weiteres Geld investieren“, so Weiland an die Adresse der BUGA29.

Neue digitale Kinder-Rallye für Familien
Eine weitere Ergänzung kommt unmittelbar aus der Verbandsgemeinde selbst: Bürgermeister Mike Weiland berichtete über die von ihm jüngst selbst entwickelte digitale Kinder-Rallye für das Loreley-Plateau. Dieses Angebot habe er sich vor längerer Zeit schon von der Loreley Touristik GmbH erbeten. Nun habe er das Konzept kurzerhand selbst entwickelt, um voranzukommen. Familien mit Kindern sollen künftig bei ihrem Besuch verschiedene Aufgaben und Fragen lösen können. Die Rallye soll zu gegebener Zeit über einen QR-Code am Parkeingang abrufbar sein und vollständig digital über das Smartphone funktionieren. „Wir wollen die Loreley auch für Familien mit Kindern noch spannender machen. Wer mit seinen Kindern unterwegs ist, soll nicht nur schöne Ausblicke genießen, sondern die Loreley, ihre Attraktionen im Park und die vielen spannenden Hörgeschichten an den Felsen und per QR-Code sowie die Informationen an den Aussichtspunkten spielerisch entdecken und dabei etwas über den Ort, die Landschaft und seine Besonderheiten erfahren können“, erklärte Weiland.
Fesselballon als zusätzliche Perspektive auf die Loreley?
Nach der Vorstellung der BUGA-Planungen brachte der Bürgermeister zudem noch einen weiteren Vorschlag ein. Eine Idee aus der gemeinsamen Planungswerkstatt der Städte Sankt Goar und Sankt Goarshausen finde sich aus seiner Sicht bislang nicht ausreichend im BUGA-Konzept wieder: ein Fesselballon. Mit einem solchen Ballon könnten Besucherinnen und Besucher aus dem Kultur- und Landschaftspark in die Höhe steigen und die Loreley sowie das Rheintal aus einer völlig neuen Perspektive erleben. „Wenn wir über besondere Erlebnisse auf der Loreley sprechen, wäre ein Fesselballon für mich eine Attraktion, die hervorragend zu diesem außergewöhnlichen Ort passen würde. Die Menschen könnten die Loreley und das Rheintal einmal aus der Vogelperspektive erleben. Daher bitte ich Sven Stimac zu prüfen, ob diese Idee, die allen aus der Planerwerkstatt noch als eines der Highlights haften geblieben ist, sich realisieren lässt. Da diese Attraktion auch jederzeit wieder entfernt werden kann, braucht man sich ums Welterbe hier keine Sorge zu machen. Für das BUGA-Halbjahr wäre es definitiv ein Besuchermagnet“, so Weiland.
Kritische Fragen ausdrücklich erwünscht
Im anschließenden Austausch zeigten die Besucherinnen und Besucher, dass sie die Planungen nicht nur interessiert, sondern auch durchaus kritisch begleiten. Besonders intensiv wurde über die Bewässerung der Grün- und Pflanzflächen, die vorgesehenen Baumarten und die Auswahl der Pflanzen mit Blick auf den Klimawandel diskutiert. Auch die Frage, wie die geplanten Anlagen langfristig gepflegt und unter sich verändernden klimatischen Bedingungen erhalten werden können, wurde angesprochen. Sven Stimac stellte sich den Fragen ausführlich und erläuterte die Überlegungen der BUGA. „Gerade solche Fragen sind für uns wichtig. Die BUGA darf nicht nur für das Jahr 2029 gedacht werden. Was wir heute pflanzen und bauen, muss auch unter den Bedingungen der kommenden Jahrzehnte funktionieren. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger hier kritisch nachfragen“, sagte Sven Stimac.
Auch die zeitliche Vorbereitung auf die BUGA war Gegenstand des Gesprächs. Nach der derzeit vorgestellten Zeitplanung ist die Umsetzung erster Pflanzungen für 2027 vorgesehen und das Ausstellungskonzept muss weiterentwickelt werden. Für 2027 ist unter anderem der Beginn der touristischen Vermarktung sowie der Aufruf an Vereine und Ehrenamtliche zur Mitwirkung beim Programm vorgesehen. 2028 sollen erste Daueranlagen fertiggestellt, die Baumaßnahmen der Aussteller begonnen und der Ticketverkauf gestartet werden. Die BUGA selbst soll von April bis Oktober 2029 stattfinden.
Verbandsgemeinde Loreley soll auch nach 2029 profitieren
Für Bürgermeister Mike Weiland steht deshalb fest, dass die Diskussion nicht nur über die Loreley geführt werden darf, denn die gesamte Verbandsgemeinde muss nach 2029 profitieren. „Unser Ziel muss sein, die BUGA als Entwicklungsschub für die gesamte Verbandsgemeinde zu nutzen. Wir haben bereits mit dem Kultur- und Landschaftspark und dem Restaurant ‚Am Gläsernen Fels‘ einen großen Schritt gemacht. Jetzt kommen die BUGA-Maßnahmen und viele Gemeinden und Städte rüsten sich für die BUGA. Daher müssen all diese Anstrengungen für die touristische Entwicklung von Braubach bis Kaub und auch für die Rheinhöhengemeinden über 2029 hinaus Bestand hat“, fasste Weiland zusammen. Das 36. Zukunftsgespräch habe dafür einen wichtigen Beitrag geleistet.