Verkehr

Was lange währte, ist richtig gut geworden


Mehr als ein Jahrzehnt wurde darüber gesprochen, immer wieder gab es neue Anläufe – doch lange scheiterte die Sanierung des Wirtschaftswegs zwischen Osterspai und Kamp-Bornhofen an den unterschiedlichsten Hürden. Seit 2020 wurde dann gemeinsam und beharrlich daran gearbeitet. Nun ist es geschafft: Der Wirtschaftsweg ist saniert und konnte jetzt sogar früher als geplant freigegeben werden. „Was lange währte, ist richtig gut geworden“, sagte Bürgermeister Mike Weiland bei der Freigabe. Und fügte mit Blick auf den langen Weg bis zum Baubeginn hinzu: „Versprochen – Wort gehalten!“

Dass dieser Satz heute fallen konnte, ist für Weiland keineswegs selbstverständlich. Am 7. September 2020 – gerade einmal rund acht Wochen nach seinem Amtsantritt als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley – hatte er die Ortsbürgermeister zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen. Damit begann ein neuer Anlauf für ein Projekt, über das schon lange gesprochen worden war. Seitdem galt es, Planungen voranzutreiben, Fördermittel zu sichern, Abstimmungen zwischen den beteiligten Kommunen zu treffen und immer wieder neue Hürden aus dem Weg zu räumen.

Anwesende bei der Eröffnung des Wirtschaftswegs
Teilnehmende bei der Freigabe des Wirtschaftswegs.


Kamp-Bornhofen, Filsen und Osterspai, die Verbandsgemeinde Loreley und die Verbandsgemeindewerke zogen dabei über sechs Jahre an einem Strang. Genau darin sahen jetzt bei der Freigabe Mike Weiland, Ortsbürgermeister Sebastian Reifferscheid (Osterspai) und der Beigeordnete Peter Wendling (Kamp-Bornhofen) einen entscheidenden Grund dafür, dass das Projekt diesmal nicht bei den Planungen stehen blieb. „Es reicht eben nicht, wenn jeder nur für sich arbeitet“, betonten alle unisono. Die Sanierung sei ein Beispiel dafür, was interkommunale Zusammenarbeit leisten könne, wenn alle Beteiligten an einer gemeinsamen Lösung festhalten, so Mike Weiland.

Gute Zusammenarbeit auf der Baustelle

Im Januar erzielte man sowohl für den Wegebau als auch für die gleichzeitig vorgesehene Wasserleitung erfreuliche Ausschreibungsergebnisse. Dass es anschließend schnell und reibungslos ging, ist auch dem guten Zusammenspiel auf der Baustelle zu verdanken. Der Dank galt deshalb ausdrücklich dem ausführenden Unternehmen STRABAG sowie dem Planungsbüro Dr. Siekmann + Partner aus Westerburg. Ein besonderes Lob richtete Mike Weiland an Osterspais Ortsbürgermeister Sebastian Reifferscheid. Er habe die Baustellentermine regelmäßig begleitet und intensive Öffentlichkeitsarbeit geleistet, was in den Jahren der Vorbereitung auch von der Verbandsgemeinde erledigt wurde – nicht zuletzt dann, wenn es wieder einmal eine Hürde zu vermelden gab. „Wir haben die Menschen informiert, wenn es Neuigkeiten gab“, so Mike Weiland. Besonders bei den Anwohnern, die während der Bauzeit mit Einschränkungen und Umwegen leben mussten, sprach Weiland Dank für die Geduld aus. Dass diese Geduld nicht vergebens war, bekam der Bürgermeister sogar ganz persönlich zu hören. Vor einigen Wochen stand er an der Kasse in einem Lahnsteiner Baumarkt, als ihn eine Anwohnerin ansprach und sich spontan für die Sanierung bedankte. Sie freue sich sehr, dass der Wirtschaftsweg nach so langer Zeit nun tatsächlich so hervorragend saniert worden sei. „Wenn man schon an der Baumarkt-Kasse für einen Wirtschaftsweg gelobt wird, dann muss die Freude darüber bei den Menschen wirklich groß sein“, sagte Weiland sinngemäß und mit einem Schmunzeln. Solche Begegnungen zeigten, warum es sich lohne, auch bei schwierigen Projekten dranzubleiben.

Weg saniert, Wasserversorgung gleichzeitig gestärkt

Unter dem neuen Wirtschaftsweg liegt außerdem eine weitere wichtige Zukunftsinvestition: Parallel zu den Bauarbeiten wurde durch die VG-Werke eine neue Wasserleitung verlegt. Für Mike Weiland und Werkleiter Michael Krämer, der urlaubsbedingt von Kollegen vertreten wurde, ist sie ein wichtiger Baustein der Wasserstrategie 2040. Denn während der sanierte Wirtschaftsweg vor allem für die Landwirtschaft und die Anlieger eine deutliche Verbesserung bringt, ist die Wasserleitung ein Baustein der langfristigen Sicherstellung der Wasserversorgung der Rheingemeinden. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels und zunehmender Trockenperioden müsse die Infrastruktur rechtzeitig ertüchtigt werden. Die Kombination beider Maßnahmen hatte dabei einen Synergieeffekt – auch in den Kosten. Auch die Mitarbeiter der Verwaltung und der Werke hätten entscheidenden Anteil daran, dass beide Vorhaben miteinander verbunden werden konnten, betonte Weiland.

Viele Hürden gemeinsam genommen

Ein Projekt dieser Größenordnung bringt zwangsläufig viele Herausforderungen mit sich: lange Planungszeiten, Abstimmungen zwischen mehreren Gemeinden, Förderverfahren, Ausschreibung und Vergabe sowie die Organisation von Erreichbarkeit und Versorgung während der Sperrung. Auch der Brandschutz musste jederzeit gewährleistet sein. Daher galt der Dank auch ausdrücklich der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und den Ver- und Entsorgern des täglichen Lebens. Das Ergebnis kann sich nun sehen lassen: Der Wirtschaftsweg ist saniert, die neue Wasserleitung liegt, die Arbeiten wurden früher als vorgesehen abgeschlossen und die Maßnahme blieb nach aktuellem Stand sogar unter den geplanten Kosten. Für die Gemeinden ist deshalb nicht nur das fertige Bauwerk Anlass zur Freude. „Wir dürfen heute gemeinsam stolz sein – nicht nur auf das Ergebnis, sondern auch auf den Weg dorthin.“ Manchmal brauche es einen langen Atem. Aber wenn Gemeinden, Verwaltung, VG-Werke, Planer, Baufirmen und die Menschen vor Ort gemeinsam an einem Ziel festhielten, könne aus einem Vorhaben, über das mehr als ein Jahrzehnt bloß gesprochen wurde, tatsächlich Realität werden. Und die Botschaft des Tages bringt Mike Weiland auf einen Nenner: „Versprochen – Wort gehalten! So wollen es die Menschen von der Politik.“