Bevölkerungsschutz

Modernes Frühwarnsystem für Gemeinden der Verbandsgemeinde Loreley beauftragt


Je näher das Ereignis rückt, desto genauer werden die Prognosen und unterscheiden sich damit von den gängigen und bekannten Apps, die allseits bekannt sein dürften. „Vorsorge und mehr Vorlauf sind uns aufgrund der Topografie unserer Verbandsgemeinde mit Rheingemeinden, Höhenlagen und Seitentälern wichtig. Wetterextreme und Naturereignisse können wir nicht verhindern, aber wir können dazu beitragen, dass die Folgen für die Bevölkerung so gering wie möglich werden. Mit dem neuen Frühwarnsystem soll entschieden mehr Vorlauf geschaffen werden, als wenn die übliche Warn-App zwei Minuten vor dem ersten Blitzeinschlag und den ersten Starkregentropfen Alarm schlägt“, erklärt Mike Weiland, Bürgermeister der VG Loreley.

zurückliegende Starkregenereignisse in der VG Loreley
zurückliegende Starkregenereignisse in der VG Loreley


Den Auftrag erhielt jetzt die Hydrotec Ingenieurgesellschaft für Wasser und Umwelt mbH, die bereits andernorts solche Warnsysteme aufgebaut hat und wissenschaftlich begleitet wird. Durch die besondere topografische Situation der VG Loreley ist ein ausschließlich auf Pegelständen basierendes Warnsystem nur bedingt geeignet. Daher sollen vor allem die Messdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aber auch eigene Messeinrichtungen, beispielsweise solche der Verbandsgemeinde-Werke, berücksichtigt werden. Aktuelle Gefahrensituationen werden in einer Web-Anwendung dargestellt. Das System kann auch Datenquellen miteinander verknüpfen und beispielsweise den neuen Service des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums Hydrozwilling mit einbeziehen und die konkreten Auswirkungen von Sturzfluten und Hochwasser grafisch anschaulich darstellen.

Der Aufbau erfolgt in zwei Schritten: In der ersten Stufe wird das Frühwarnsystem aufgebaut und konfiguriert. Dabei werden Warngebiete und Warnkriterien festgelegt und ein entsprechendes Warnkonzept entwickelt. Die Umsetzung dieser ersten Stufe ist bis Dezember 2026 vorgesehen. In der zweiten Stufe wird das System um ein hydrologisches Modell erweitert. Damit können an ausgewählten Gewässerpunkten auf Grundlage vorhergesagter Niederschläge die zu erwartenden Abflüsse prognostiziert werden. Dadurch sind künftig auch abflussbasierte Warnungen an besonders relevanten Punkten möglich.

Für die Stufen 1 und 2 werden 66.759 Euro investiert, die zu 100 % aus Mitteln des Förderprogramms Regional. Zukunft. Nachhaltig. des Landes Rheinland-Pfalz gezahlt werden. Danach kann eine Erweiterung in einer dritten Stufe erfolgen. Dabei werden prognostizierte Abflüsse in konkrete Auswirkungen übersetzt. So können beispielsweise zu erwartende Überflutungsflächen detaillierter dargestellt und mögliche Sturzflutgefahren an relevanten Tallagen berücksichtigt werden. Über die Ergänzung wird im 2. Quartal 2027 gemeinsam mit den Gemeinden entschieden, mit denen sich jetzt in der Bürgermeister-Dienstbesprechung über den Sachstand und das weitere Vorgehen ausgetauscht wurde.

In die dritte Stufe wollen die verbandsgemeindespezifischen Erfahrungen aus den ersten beiden Projektstufen einfließen, auf die man dann aufbauen kann. Das Frühwarnsystem wird neben Stark- und Dauerregen mit Überflutungen auch Warnungen vor Hitze und Sturm ermöglichen. Nach Fertigstellung und Testbetrieb ist der Wirkbetrieb ab 2028 vorgesehen, womit die VG Loreley weiteren verbesserten Bevölkerungsschutz bei zunehmenden Wetterextremen schafft.

zurückliegende Starkregenereignisse in der VG Loreley
zurückliegende Starkregenereignisse in der VG Loreley