Schule

Ganztagsförderung: Loreleyschule ist für den Start gut gerüstet


Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern stellt auch die Verbandsgemeinde Loreley vor neue Herausforderungen, weil sie den Rhein-Lahn-Kreis, der Anspruchsgegner der Eltern ist, die die positiven Aspekte in Anspruch nehmen möchten, unterstützt. Ab dem jetzt neu beginnenden Schuljahr gilt der Anspruch zunächst für Kinder der ersten Klassen und wird in den folgenden Jahren schrittweise auf die weiteren Klassenstufen ausgeweitet. In Abstimmung mit dem Rhein-Lahn-Kreis ist die Verbandsgemeinde daher gefordert, die notwendigen räumlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen für eine mindestens achtstündige Ganztagsbetreuung zu schaffen. Dies gilt auch mit Abzug von Schließtagen jährlich während der Ferienzeiten.

Mensa in der Loreleyschule nach Umbau


Auf Grundlage eines umfangreichen Schulentwicklungsgutachtens wurden in der Verbandsgemeinde Loreley zunächst zwei, perspektivisch möglicherweise drei Schwerpunkt-Schulen vorgesehen: die Marksburgschule in Braubach und die Loreleyschule in St. Goarshausen. Als mögliche dritte Schwerpunkt-Schule kommt die Grundschule Dahlheim in Betracht. Ob diese tatsächlich benötigt wird, hängt maßgeblich davon ab, wie viele Eltern den gesetzlichen Ganztagsanspruch in den kommenden Jahren in Anspruch nehmen.

An der Marksburgschule Braubach läuft derzeit eine umfassende Sanierung mit einem Gesamtvolumen von rund 7 Mio. Euro. Damit werden dort beste Voraussetzungen für die Umsetzung des Ganztagsförderungsgesetzes geschaffen.

An der Loreleyschule in St. Goarshausen waren die räumlichen Voraussetzungen für den Ganztagsbetrieb bereits weitgehend vorhanden. Lediglich die Kapazität der Mensa musste deutlich angepasst werden. Deshalb wurde diese in den vergangenen Sommerferien grundlegend saniert, ertüchtigt und erweitert. Gleichzeitig wurden neue Küchengeräte angeschafft, um künftig von Montag bis Freitag die tägliche Mittagsverpflegung für mehr Schülerinnen und Schüler sicherstellen zu können. Insgesamt wurden hierfür rund 370.000 Euro veranschlagt. „Wir schaffen damit die Voraussetzungen, damit die Ganztagsförderung an der Loreleyschule vom ersten Tag an funktionieren kann“, erklärt Bürgermeister Mike Weiland. Er verschaffte sich in der letzten Woche der Sommerferien selbst einen Überblick über den Stand der Arbeiten und zeigte sich erfreut, dass die Maßnahmen weitgehend pünktlich zum Ende der Ferien abgeschlossen werden konnten. Lediglich zusätzliche Sonnenschutz- und Beschattungsmöglichkeiten auf dem Schulhof werden in den kommenden Wochen noch hergestellt.

Mensa in der Loreleyschule nach Umbau -2


Erfreulich ist zudem, dass die Ausschreibungsergebnisse bei den einzelnen Gewerken jeweils unter den ursprünglichen Kostenberechnungen lagen. Die Förderquote beträgt rund 70 Prozent. Da die Gesamtkosten damit voraussichtlich etwas geringer ausfallen als die beantragten Mittel, lässt Bürgermeister Weiland derzeit prüfen, ob mit den verbleibenden Mitteln weitere Beschattungs- und Ausstattungsmöglichkeiten für Schulhöfe an den Ganztagsschulen der Verbandsgemeinde geschaffen werden können.

Auch wirtschaftlich bleibt ein großer Teil der Investition in der Region: Mit Ausnahme des Bereichs „Kunst am Bau“ wurden sämtliche Gewerke an Unternehmen aus dem Rhein-Lahn-Kreis vergeben. Abbruch- und Maurerarbeiten übernimmt ein Unternehmen aus Schönborn, Fliesen- und Plattenarbeiten kommen aus Katzenelnbogen, die Tischlerarbeiten aus Miehlen. Bodenbelag sowie Trockenbau-, Maler- und Putzarbeiten werden von Unternehmen aus Lahnstein ausgeführt. Heizung, Lüftung und Sanitär übernimmt ein Betrieb aus Nastätten, die Elektroarbeiten ein Unternehmen aus Lierschied. Die Folierung mit einem Schriftzug und einem großflächigen Loreley-Motiv stammt ebenfalls aus Nastätten. Lediglich die künstlerische Wandgestaltung mit zwei besonderen Moosbildern wurde an ein Unternehmen aus Neu-Isenburg vergeben.

„Kinder sind unsere Zukunft. Selbstverständlich arbeiten wir deshalb gerne konstruktiv und Hand in Hand daran, den Ganztagsanspruch vor Ort bestmöglich umzusetzen“, so Mike Weiland. Sein Dank gelte allen Beteiligten, insbesondere der Schulgemeinschaft, die eng in die Planungen eingebunden war, sowie dem Planungsbüro Müller aus Nastätten. „Gerade bei einer Aufgabe dieser Größenordnung ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Rhein-Lahn-Kreis wichtig. Der Kreis ist Anspruchsgegner des Ganztagsanspruchs und wir als Verbandsgemeinde sind bei der Schaffung der notwendigen Infrastruktur ein wichtiger Partner. Deshalb muss auch hier die Zusammenarbeit auf Augenhöhe funktionieren.“