Wirtschaft

Glasfaserausbau-Paket für die Verbandsgemeinde Loreley neu geschnürt


Nachdem sich in den vergangenen Monaten durch die Insolvenz eines Sub-Bauunternehmens des Unternehmens Unsere Grüne Glasfaser (UGG) viele Fragen und Unsicherheiten in der Bevölkerung hinsichtlich des privatwirtschaftlichen Ausbaus der Glasfaserversorgung in den Gemeinden der Verbandsgemeinde (VG) Loreley, die eigentlich erschlossen werden sollten und dann der Ausbau gestoppt wurde, ergeben hatten, sind hinter den Kulissen durch die Verbandsgemeindeverwaltung um Bürgermeister Mike Weiland und sein Team zum Wohle der Gemeinden sowie der Bürgerinnen und Bürger unzählige Gespräche sowohl mit privatwirtschaftlichen Unternehmen als auch mit der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises geführt worden, um den Glasfaserausbau neu zu sortieren und Wege des privatwirtschaftlichen oder mit Steuergeld geförderten Ausbaus, neu auszurichten, denn immer dort, wo ein privatwirtschaftlicher Anbieter Interesse zeigt, den Ausbau eigenständig voranzubringen, geht dieser natürlich dem geförderten Ausbau vor, wobei sich gerade im ländlichen Raum der Ausbau kleinerer Gemeinden für Unternehmen natürlich oft nur unwirtschaftlich darstellt.

Auch hatte die VG Loreley bereits im Dezember mit Weitblick mit der Aufstellung des Haushaltes entsprechend Vorsorge getroffen und nicht nur die Absicht erklärt, für den geförderten Breitbandausbau im Rhein-Lahn-Kreis solidarisch in den kommenden Jahren weitere Eigenmittel von 10 % (in der Summe über 1 Million €) aufbringen zu wollen, sondern ebenfalls den Kreis aufgefordert und gebeten, für Gemeinden, die möglicherweise bislang von keinem Förderprogramm erfasst sind und beim privatwirtschaftlichen Ausbau auf der Strecke bleiben könnten, durch eine weitere Markterkundung, aus der sich dann nochmals ein Förderprogramm ergeben wird, eine Lösung zu finden. Die Gespräche und Abstimmungen waren sehr zeitintensiv, jedoch war es der VG Loreley wichtig, ein Gesamtpaket mit Lösungen für alle Gemeinden und Ortsteile zu schnüren, damit eben niemand auf der Strecke bleibt.

Auch hat die VG Loreley weiterhin versucht, im Kontext der Insolvenz des Subunternehmens der UGG verbindliche Informationen schriftlich zu erhalten, damit man Sachverhalte auch wirklich schriftlich hat. Ebenso wurden parallel Alternativen mit der Kreisverwaltung und anderen privatwirtschaftlichen Anbietern auf dem Glasfasermarkt entwickelt. Zwischenzeitlich haben auch Gespräche mit der GlasfaserPlus GmbH, einem bundesweit tätigen Telekommunikationsunternehmen mit Sitz in Köln stattgefunden. GlasfaserPlus ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom und des IFM Global Infrastructure Fund und sowohl im eigenwirtschaftlichen als auch im geförderten Breitbandausbau tätig. Vertreter der GlasfaserPlus haben der VG Loreley Ausbaupläne für die Städte St. Goarshausen und Kaub vorgelegt, welche sie vorbehaltlich der erfolgreichen Akquise eines qualitativ-hochwertigen Tiefbaupartners ausbauen möchten. Die Verhandlungen mit Baupartnern laufen derzeit und bei positivem Abschluss wird die GlasfaserPlus eine zügige Umsetzung von Kommunikations- und Baumaßnahmen anstreben.

Es lässt sich daher nunmehr nach langer und intensiver Arbeit ein Gesamtpaket für die VG Loreley darstellen, nachdem sich für jede Gemeinde individuell eine Lösung und einen Weg aufzeigen lassen, wie in den kommenden Jahren der Glasfaserausbau neu ausgerichtet werden kann.

Eine am 10. April 2026 eingegangene schriftliche Aufkündigung der Zusammenarbeit mit den Gemeinden durch die UGG liegt aktuell für Dörscheid, Filsen, Kaub, Kestert, Lierschied, Patersberg, Reichenberg und St. Goarshausen vor. Auf mehrmalige Nachfrage der VG-Verwaltung wurde durch UGG am 20. April 2026 jetzt zudem endlich eine Rückmeldung für die fehlenden Gemeinden Auel, Reitzenhain und Sauerthal erteilt – auch hier steht die Aufkündigung der Zusammenarbeit durch die UGG an. Die UGG führt aus: „Wir bedauern, die Gemeinden nicht wie ursprünglich geplant ausbauen zu können und entschuldigen uns für den entstanden Aufwand und die nun entstandene Situation. Die bei UGG eingereichten Gestattungserklärungen der Bürger:innen kommen damit nicht zur Anwendung. Die betroffenen Bürger:innen müssen nichts tun, zu den Vereinbarungen mit den Internetanbietern informiert der Internetdienstanbieter direkt (Dieses erfolgt je nach Internetdienstanbieter unterschiedlich in den nächsten Wochen). Wir möchten Ihnen für den stets respektvollen und konstruktiven Dialog danken, und wünschen der VG Loreley für die weitere Zukunft alles Gute.“

Für alle Gemeinden hat die VG Loreley jedoch inzwischen Vorsorge getroffen: Hier greift nun das über den Landkreis organisierte Förderprogramm für einen Ausbau des Glasfasernetzes.

Für die restlichen bisherigen UGG-Gemeinden liegt ebenfalls per Mail vom 24. März 2026 folgende Rückmeldung vor: „Die Planung für unseren eigenwirtschaftlich finanzierten Ausbau, ohne Förderung oder Steuergelder, berücksichtigt zahlreiche wirtschaftliche Rahmenbedingungen. In den Gemeinden Braubach, Dachsenhausen, Dahlheim, Kamp-Bornhofen, Lykershausen, Nochern, Prath und Weyer wird der Ausbau nach Abschluss des dort laufenden Insolvenzverfahrens der Baufirma fortgesetzt und zu Ende gebracht. Wir rechnen mit einem Baustart des neuen Bauunternehmens in 3-6 Monaten.“

Stand 17.04.2026 Glasfaserausbau