Verbandsgemeinde Werke

Werkausschuss: Klimaschutz und Versorgungssicherheit kosten Geld – Investitionen sichern die Zukunft


Die Anforderungen an eine sichere Wasserversorgung und eine leistungsfähige Abwasserentsorgung steigen – und damit auch die notwendigen Investitionen. Der Werkausschuss der Verbandsgemeinde (VG) Loreley hat sich in seiner jüngsten Sitzung unter Leitung von Bürgermeister Mike Weiland mit dem Status Quo des Wirtschaftsplans 2026, dem Wirtschaftsplanentwurf 2027 und mehreren wichtigen Zukunftsprojekten beschäftigt. Begleitet wurde die Sitzung von Werkleiter Michael Krämer und dessen Stellvertreter Stefan Weidenbach. Die Beschlüsse fielen allesamt einstimmig. „Klimawandel kostet Geld, Zukunft kostet Geld. Entscheidend ist, dass wir heute die richtigen Weichen stellen, damit wir auch morgen eine sichere Wasserversorgung und eine zuverlässige Abwasserentsorgung gewährleisten können“, betonte Mike Weiland. Dabei gehe es nicht um Investitionen um ihrer selbst willen, sondern um eine langfristig tragfähige Infrastruktur und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Gebühren und Beiträgen der Bürgerinnen und Bürger.

Wirtschaftsplan 2026: Maßnahmen in vollem Gange
Zunächst befasste sich der Ausschuss mit dem turnusmäßigen Bericht zum Stand der Investitionen und Baumaßnahmen sowie dem Erfolgsplan zum 30. September 2026. Aufgrund großer laufender Bauprojekte liegen die Werke bei den getätigten Investitionen prozentual über dem Niveau vergangener Jahre. Bis zum Jahresende stehen zudem noch größere Ausgaben an, sodass der Wirtschaftsplan 2026 weiter konsequent abgearbeitet wird.

Wirtschaftsplan 2027: Entwurf mit Maß und Ziel
Auch der erste Blick auf den Wirtschaftsplanentwurf 2027 zeigte: Die Herausforderungen bleiben groß. Neben der Umsetzung der Wasserstrategie 2040 müssen die Abwasseranlagen schrittweise an stetig steigende Anforderungen und strengere Vorgaben von europäischer, Bundes- und Landesebene angepasst werden. „Wir müssen vorausschauend planen und zugleich genau hinschauen, wo wir durch interkommunale Zusammenarbeit, effizientere Anlagen und Energieeinsparungen Kosten begrenzen können“, erklärten Weiland und Krämer. Der Ausschuss konnte bei der Durchsicht des Entwurfs sowohl für den Betriebszweig Wasser als auch für den Betriebszweig Abwasser keine Investitionen erkennen, die über das notwendige Maß hinausgehen. Die Werkleitung kann den Entwurf deshalb für die endgültige Fassung weiter vorbereiten.

In Kürze sollen zudem in einer Arbeitssitzung des Werkausschusses die Grundlagen für die Gebühren und Beiträge des Jahres 2027 beraten werden. Ausschussmitglied Hartmut Hülser sprach sich dafür aus, diesen Prozess einvernehmlich zu gestalten. Bürgermeister Weiland unterstrich, dass sich die gemeinsame, sachorientierte Arbeit in den vergangenen Jahren bewährt habe und er dieses Anliegen nur unterstreichen könne.

Hochbehälter Spitzenstein
© Friedhelm Schierle, FS-Medien
Hochbehälter Spitzenstein im Bau


Hochbehälter Spitzenstein: wichtige Aufträge vergeben
Ein Schwerpunkt der Sitzung waren mehrere Vergaben für den interkommunalen Hochbehälter Spitzenstein, den die VG-Werke Loreley federführend gemeinsam mit den VG-Werken Nastätten umsetzen. Die Investition ist ein wichtiger Baustein für die langfristige Sicherung der Wasserversorgung.

Für die maschinentechnische Ausrüstung erhielt die ITeFA GmbH aus Kreuztal den Auftrag zum wirtschaftlichsten Angebotspreis von 223.006 Euro. Die Kostenprognose des Ingenieurbüros Becker hatte bei 251.375,60 Euro gelegen. Damit bleibt die Vergabe deutlich unter der kalkulierten Summe.

Auch die elektrotechnische Ausrüstung wurde vergeben: Die Rembe Elektrotechnik GmbH aus Rückeroth erhielt den Auftrag für 150.091,38 Euro. Die Kostenprognose hatte sich auf rund 168.057,14 Euro belaufen. Beide Aufträge wurden einstimmig beschlossen.

Für die Wasserzuleitung zum neuen Hochbehälter wurde außerdem der sechste Bauabschnitt vergeben. Er umfasst die Strecke vom Abzweig an der Kreisstraße 6 im Bereich des Friedhofs Becheln bis zum Hochbehälter Dachsenhausen. Die Edmund Herrmann GmbH aus Koblenz legte mit rund 2,522 Mio. Euro das wirtschaftlichste Angebot vor und blieb damit ebenfalls deutlich unter der Kostenprognose von etwas mehr als 2,743 Mio. Euro. Die Ergebnisse zeigen, dass sich eine sorgfältige Planung und ein Wettbewerb um die Aufträge auszahlen können. „Wir investieren erhebliche Summen in die Versorgungssicherheit. Umso wichtiger ist es, wirtschaftlich zu vergeben und die Kosten im Blick zu behalten, ohne bei der Qualität und der Zukunftsfähigkeit Abstriche zu machen“, so Weiland.

Kläranlagen: modernisieren, Energie sparen und gemeinsam handeln
Auch die Abwasserentsorgung wird die VG den kommenden Jahren intensiv beschäftigen. Die Kläranlage Bornich-Weisel wurde jüngst für mehr als drei Mio. Euro saniert und erweitert, damit die angeschlossenen Gemeinden Entwicklungsmöglichkeiten behalten. Die Kläranlage Sauerthal befindet sich nach aktuellem Stand in einem Zustand, der keine vergleichbaren Maßnahmen erforderlich macht. Anders sieht es in Dachsenhausen aus: Die dortige Kläranlage ist bereits außer Betrieb genommen beziehungsweise technisch überbrückt. Das Abwasser wird zur weiteren Behandlung nach Braubach und Lahnstein geleitet. Ab 2027/2028 sollen auch die Abwässer aus Hinterwald diesen Weg nehmen. Der Rückbau der Kläranlage Dachsenhausen ist damit Teil einer langfristigen Strategie, Anlagen effizienter zu betreiben, Energie zu sparen und unnötige Folgekosten zu vermeiden.

Die Werke setzen dabei seit Jahren auf interkommunale Zusammenarbeit und beteiligen sich unter anderem an Investitionen und Modernisierungsmaßnahmen an der Kläranlage in Niederlahnstein. In den nächsten Jahren müssen auch die Anlagen in Osterspai, Kamp-Bornhofen, Kestert und Kaub angegangen werden. Besonders die Kläranlagen Kamp-Bornhofen, Dachsenhausen und Osterspai wurden seinerzeit mit Blick auf die damaligen Anforderungen geplant, weisen im Vergleich zu anderen Verfahren jedoch einen hohen Stromverbrauch auf. Neben der Erfüllung neuer gesetzlicher Vorgaben geht es deshalb auch um mehr Energieeffizienz und eine wirtschaftlich tragfähige Betriebsweise.

Für die Ertüchtigung der Kläranlage Kamp-Bornhofen vergab der Werkausschuss die Planungsleistungen an eine Ingenieurbietergemeinschaft der Büros Leonhard und Hartwig aus Wehrheim und Wiesbaden. Der Auftrag liegt innerhalb einer Kostenprognose von 1,045 Mio. Euro. Die Fachplanung für das Tragwerk wurde an die Ingenieurgesellschaft Dr. Siekmann + Partner mbH aus Thür vergeben; die Kostenprognose hierfür beträgt 177.497,60 Euro. Beide Vergaben erfolgten nach entsprechenden Vergabeverfahren und wurden einstimmig beschlossen. Somit kann die Planung der Kläranlage Kamp-Bornhofen nun Fahrt aufnehmen.

Sachorientiertes Miteinander mit Blick nach vorn
Dass der Ausschuss die teilweise umfangreichen Vergaben und Zukunftsprojekte einmütig auf den Weg brachte, ist für Bürgermeister Mike Weiland ein wichtiges Signal: „Im Werkausschuss wird intensiv und kompetent beraten. Am Ende steht bei uns die Frage, was für die Menschen vor Ort langfristig richtig ist. Dieses gute Miteinander ist wertvoll – gerade angesichts der hohen Investitionen, die vor uns liegen.“ Die VG-Werke Loreley stehen damit vor erheblichen finanziellen und technischen Aufgaben. Mit einer vorausschauenden Investitionsplanung, interkommunaler Zusammenarbeit und dem Blick auf Energieeffizienz sollen die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung auch künftig zuverlässig, wirtschaftlich und zukunftssicher aufgestellt bleiben.

Fotos:
Kläranlage Kamp-Bornhofen, Foto: Mike Weiland
Baustelle Hochbehälter Spitzenstein, Foto: Friedhelm Schierle, FS-Medien